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Das Ballett

Publikationen

Das Ballett

in: Bayerische Staatsoper (Hg.): Das Münchner Nationaltheater. Vom Königlichen Hoftheater zur Bayerischen Staatsoper. München 1991, S. 73-79

Ein Auszug:

Am 2. März 1819 erfolgte mit „Der neue Narziß“ von Philipp Taglioni die erste Ballettpremiere im kurz zuvor eröffneten „Neuen Königlichen Hof- und National-Theater“. Bis zur Institutionalisierung des Münchner Balletts als „Bayerisches Staatsballett“ im Jahre 1989 spannt sich ein Bogen von 170 Jahren Ballettgeschichte im Nationaltheater.
Schon beim Eröffnungsfestspiel „Die Weihe“ am 12. Oktober 1818 wurde das Ballett einbezogen, das Gastpaar Duport vom Königlichen Theater Neapel wurde auf dem Programmzettel sogar eigens angekündigt.
Dem „Neuen Narziß“ folgte am 21. März gleich die zweite Ballettpremiere: „Das Fest der Winzer“, ebenfalls von Philipp Taglioni, der in beiden Stücken auch selbst auftrat.
In den Jahren 1822 bis 1829 und 1836 bis 1848 leitete Friedrich Horschelt die Geschicke des Balletts.
(...)

Horschelts Nachfolger wurde Johann Fenzl, zuvor Königlich Württemberg'scher Hofballettmeister, dessen Sohn Franz als erster Solotänzer engagiert wurde. Max Zenger bewertet in seiner „Geschichte der Münchner Oper“ die Zeit Johann Fenzls folgendermaßen:
„Während in diesem Zeitraume das Ballett als Kunstbranche immer mehr an Selbständigkeit verlor und eigentliche Ballette immer seltener, meist nur zum Zwecke von Gastspielen berühmter Tänzerinnen, wie der Fanny Elsler, der Taglioni, später der Lucile Grahn gegeben wurden, gewinnen Engagements wie das des ausgezeichneten Franz Fenzl um so mehr Bedeutung für die Oper. Man kann wohl sagen, daß die importierte Pariser Große Oper (Rossini, Meyerbeer, Halévy) in Deutschland, insbesondere auch in München das Ballett absorbiert hat, indem sie seine Kräfte für sich fast allein in Anspruch nahm.“
(...)

Zur Spielzeit 1989/90 wurde das Ballett der Bayerischen Staatsoper zum "Bayerischen Staatsballett" umgewandelt und liegt seitdem in den Händen Münchens langjähriger Primaballerina Konstanze Vernon.

„La Sylphide“ (Ch.: Peter Schaufuss nach Bournonville), Staatsballett Berlin; Foto © Frank-Rüdiger Berger