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Taglioni-Projekt

Paul Taglioni 1844
(Slg. Frank-Rüdiger Berger)
 

Paul Taglioni 1877
(Slg. Frank-Rüdiger Berger)

 

Marie Taglioni d.J. als Satanella
(Slg. Frank-Rüdiger Berger)
 

Das Grab von Paul Taglioni und seiner Frau Amalie (geb. Galster) auf dem Friedhof I der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde am Mehringdamm in Berlin.
Hier liegt auch ihre Tochter, die Kgl. Hofschauspielerin Auguste Taglioni, begraben.
(Foto © Frank-Rüdiger Berger)

Paul Taglioni

„...aber das ist es ja eben, Herr Taglioni ist ein Zauberer. Er ist der Schiller, der Göthe der Choreographie.“

Theater-Vereins-Zeitung, 31. Mai 1853

 

Paul Taglioni, Bruder der berühmten romantischen Ballerina Marie Taglioni und von seinen Zeitgenossen auch als „Paul der Große“ apostrophiert, wirkte ab 1829 für über 50 Jahre als Tänzer, Ballettdirektor und Choreograph an den Berliner Königlichen Schauspielen. Seine Erfolgsballette wurden jedoch auch europaweit gespielt und erreichten zum Teil für dieses Genre außergewöhnliche Aufführungszahlen. Der Einsatz oft spektakulärer technischer Effekte, bis hin in die Nähe des Ausstattungsspektakels, kennzeichnete viele seiner Werke.

Paul Taglioni wurde am 12. Januar 1808 in Wien geboren. Sein Vater war Filippo Taglioni, der Schöpfer der originalen „La Sylphide“. 1829 kam Paul Taglioni als Solotänzer an die Königliche Hofoper in Berlin und begann schon bald, selbst zu choreographieren. 1849 wurde er zum Ballettmeister ernannt, erhielt 1869 den Titel Ballettdirektor und ging erst im Herbst 1883 75-jährig in den Ruhestand. Er starb wenige Wochen später am 6. Januar 1884.

„Mit seinem Tode dürfte vorläufig die Schaffenskraft des Berliner Ballets, welches in Satanella (1852), Morgano (1857), Sardanapal (1865), Fantaska (1869) und dem heiter naiven Flick und Flock (1858) Meisterwerke der Choreographie hinstellte, vorläufig, da kein productiver Nachfolger vorhanden ist, auch zu Ende sein“ konstatierte Alwill Raeder 1886.

Vorträge zu Paul Taglioni

  • Tochter und Vater II

    Marie d.J. und Paul Taglioni

    7. Dezember 2010, Apropos Ballett, Staatsballett Berlin

  • Tochter und Vater I

    Marie und Filippo Taglioni

    17. November 2010, Apropos Ballett, Staatsballett Berlin

Publikationen zu Paul Taglioni

  • Er machte das Ballett gesellschaftsfähig.

    Zur Erinnerung an den Berliner Choreographen Paul Taglioni, der heute vor 125 Jahren gestorben ist.

    in: Berliner Morgenpost, 6. Januar 2009, S. 16

  • Die Taglionis in Berlin

    in: Oberzaucher-Schüller, Gunhild; Moeller, Hans (Hg.): Meyerbeer und der Tanz Feldkirchen b. München, Paderborn 1998, S. 273-285 (= Meyerbeer-Studien 2, hrsg. vom Meyerbeer-Institut Schloss Thurnau)

  • Paul Taglioni in Berlin

    Ein Zwischenbericht.

    In: Gesellschaft für Tanzforschung e.V. (Hg.): Jahrbuch Tanzforschung Band 7, Wilhelmshaven 1997, S. 32-41

„Coralia“ (Ch.: Paul Taglioni) London, 1847 (Slg. Frank-Rüdiger Berger)